Wettkampf & Training

First of Seven – BMW Berlin Marathon

Der erste von sieben Marathons: Berlin 2019 in neuer Bestzeit von 3:40:34 Std.

Läufer im Regen beim Berlin Marathon 2019

Nachdem ich bereits am 1. Januar 2019 mit dem Training auf den Berlin Marathon bzw. den NYC Marathon begonnen hatte, war es nach insgesamt 937 Trainingskilometern bei Kälte, Schnee, Regen, Hitze und Sonne endlich soweit. Am Freitagfrüh ging es mit dem Zug nach Berlin. Dort um die Mittagszeit angekommen, checkten wir in unser Hotel in Berlin Mitte ein und begaben uns sogleich auf den Weg zur Marathon-Expo, um die Startunterlagen abzuholen sowie letzte Einkäufe zu tätigen. Dabei standen vor allem Energy-Booster auf meinem Einkaufszettel.

Frühstückslauf zur Vorbereitung und Vorfreude

Am Samstagvormittag ging es mit der U- und S-Bahn nach Charlottenburg, um am Frühstückslauf vom Schloss Charlottenburg ins Olympiastadion teilzunehmen. Dieser lockere Warm-up-Lauf ist fast schon eine Pflichtveranstaltung. Auf der 6 km langen Strecke stimmen sich Läufer:innen, aber auch Zuschauer:innen bei ausgelassener Stimmung auf den großen Tag ein, das Sponsoren-Frühstück als krönender Abschluss. Am Nachmittag stand ein Spaziergang an der Spree zur Entspannung auf dem Plan, anschließend die Vorbereitung der Kleidung und der Laufaccessoires. Am frühen Abend war ich noch asiatisch essen, mit einer Extra-Portion Reis und viel Curry. Ins Bett ging es gegen 23:00 Uhr – nicht zu früh und auch nicht zu spät.

Der Lauf-Tag

Der Wecker wurde auf 5:30 Uhr gestellt. Da ich die Nacht gut schlafen konnte, war ich ausgeruht gegen 6:30 Uhr beim Frühstück: Rührei mit Schinken, Dinkelbrötchen mit Marmelade und Obstsalat, dazu Kaffee. Zurück auf dem Zimmer noch einmal der Wettercheck – und leider sah es danach aus, dass es in der zweiten Hälfte des Marathons zu regnen beginnen würde. Schnell noch den Marathon-Plastikbeutel mit Wechselkleidung, Ersatzbrille, Regenponcho und etwas zu essen befüllt, dann die Laufkleidung angezogen. Um 8:15 Uhr ging es zu Fuß direkt zum Startgelände beim Brandenburger Tor. Dort angekommen, nutzten wir die Gelegenheit und begaben uns direkt zum Pavillon des Teams Erdinger Alkoholfrei, zeigten unseren Mitgliedsausweis vor und gaben den Kleiderbeutel ab – unkompliziert und schnell, sodass wir uns bereits in Richtung Startblock begeben konnten. Dort erwartete uns eine unglaubliche Stimmung. Noch ein paar Dehnübungen, gegenseitige Motivation, und nach kurzer Wartezeit startete der 46. Berlin Marathon.

Der Lauf beginnt

Meine Strategie war denkbar einfach: nicht von der Emotion und den anderen Läufer:innen zu einem zu schnellen Anlaufen verleiten lassen und mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 5:10 bis 5:20 Min./km starten, dann bei jeder Getränkestation etwas trinken und, wenn bereitgestellt, eine Banane oder einen Apfel essen. Ich merke jedoch, dass die Strategie nicht lange anhält. Das Wetter (noch ohne Regen) ist perfekt, die Strecke flach, die Zuschauer motivieren zusätzlich. Ich gehe die ersten 10 km mit einer Geschwindigkeit von 4:58 Min./km an und fühle mich perfekt. Nach den ersten 15 km steht die Zeit bei 1 Std. 14 Min. 59 Sek. – deutlich über meiner Erwartung. Es herrscht auf den Straßen Berlins bereits beste Stimmung, Zuschauer, Läufer und Bands motivieren einen immer wieder, nicht nachzulassen. Nach 20 km steht meine Zeit bei 1 Std. 39 Min. 59 Sek., und ich fühle mich noch immer bestens. Auch der immer wieder einsetzende Nieselregen hat noch keinen negativen Einfluss auf Stimmung und Leistung.

Ab km 30 geht's erst richtig los

Nach 30 km zeigt meine Uhr 2:31:04 Std., d. h. 12 km vor dem Zieleinlauf habe ich noch immer eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 5:04 Min./km. Ich bin motiviert, die Stimmung ist noch immer phänomenal. Dennoch sollte es leider nicht dabei bleiben: Ab Kilometer 32 setzt starker Regen ein, und meine Oberschenkel zeigen Reaktion, was sich leider auch im Tempo widerspiegelt. Meine Durchschnittszeit pro Kilometer sinkt deutlich auf 5:28 Min. und bei den nachfolgenden 5 km sogar nochmals auf 5:54 Min. Gedanklich habe ich mir eine Zeit unter 3:30 Std. bereits abgeschminkt.

Das Ziel vor Augen

Hat man erst einmal den Kurfürstendamm und in der Folge den Potsdamer Platz erreicht, ist klar, dass man den Lauf im Ziel beenden wird. Das gibt nochmals einen Motivationsschub, und es geht, am Gendarmenmarkt vorbei, schließlich in die „Unter den Linden" hinein. Kurze Zeit später sichtet man das Brandenburger Tor. Ich nehme mir die Zeit, genieße die Menschenmassen und das Erreichte. Dann noch ein paar hundert Meter, und die Medaille hängt an meinem Hals. Die Zielzeit war mir zunächst egal – einfach nur glücklich, den Marathon geschafft zu haben. Letztlich konnte ich den ersten meiner sieben Marathons in einer neuen Bestzeit von 3:40:34 Std. bewältigen.

Erkenntnisse des Laufs und der Vorbereitung

Die Analyse des Laufs ist einfach: Ab dem 30. Kilometer wurde ich deutlich langsamer. Die Schlussfolgerung liegt auf der Hand – ich hatte zwar während meiner gesamten Trainingsphase zahlreiche 20- bzw. 21-km-Läufe, jedoch nur einen 30-km-Lauf. Meine Beine waren es einfach nicht gewohnt, im letzten Drittel noch einmal Gas zu geben und Stehvermögen zu haben. Ich sollte daher doch noch ein paar mehr lange Läufe in meinen Trainingsplan mit aufnehmen.

Nach dem Lauf ist vor dem Lauf

In diesem Fall trifft die Weisheit „Nach dem Lauf ist vor dem Lauf" auf mich vollkommen zu. Zum einen steht Anfang November der New York City Marathon auf dem Plan, zum anderen habe ich mich auch bereits wieder für den Berlin Marathon 2020 registriert.

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